Fünfhundert Jahre Reformation

Vortragsreihe ökumenisch

 

Fünfhundert Jahre Reformation

- Vortragsreihe ökumenisch


 

Am 31. Oktober 1517 schlug Luther, nach der Überlieferung seines jüngeren Mitstreiters Philipp Melanchthon, seine 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg an. Gleichzeitig verfasste er einen Brief an den Verursacher des Problems, den Erzbischof Albrecht von Mainz, dem er die Thesen beilegte. Wer hätte gedacht, dass diese Aktion der Ausgangspunkt einer Kirchenspaltung war, aus der sich die Evangelisch–lutherische Kirche und im weiten der Protestantismus herausbilden sollte.


Die Evangelischen Kirchen in Deutschland feiern daher den Jahrestag 500 Jahre Reformation 2017 nicht nur an diesem Tag, sondern ein ganzes Jahr, beginnend am 31. Oktober 2016.
Sicherlich ist für katholische Christen dieses Ereignis kein Grund zum Feiern, aber es ist Grund genug, sich mit der Reformation zu beschäftigen, um die Fundamente des Protestantismus kennenzulernen und so auf dem Weg der Ökumene weiter voranzuschreiten. „ Man sieht nur was man weiß.“
Daher haben die Superintendentur Nienburg und die St. Bernward Gemeinde beschlossen, einen Veranstaltungsreigen rund um das Jubiläum anzubieten, bei dem die Veranstaltungsorte bewusst, unabhängig vom Ausrichter, so gewählt sind das sie wechselseitig in der St. Martin Kirche oder im Gemeindehaus St. Bernward stattfinden.

 

Am 31. Oktober 2016 wird in der St. Martin Kirche in Nienburg um 18.00 Uhr zeitversetzt der Einführungsgottesdienst für das Reformationsjahr 2017 aus der Marienkirche in Berlin auf einer Leinwand übertragen. Währen des Gottesdienstes wird Kardinal Karl Lehmann (emeritierter Bischof von Mainz und langjähriger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz) mit der Martin-Luther-Medaille ausgezeichnet. Die Medaille wird einmal im Jahr an Personen für herausragendes Engagement für den Protestantismus von der EKD verliehen. Bisherige Träger waren zum Beispiel die Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Horst Köhler. Kardinal Lehmann erhält diese Auszeichnung als erster Katholik für seine einzigartigen Verdienste um die Ökumene. Die Laudatio hält der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strom.


499 Jahre nach dem Luther dem Erzbischof Albrecht, der, nachdem er schon die Bistümer Magdeburg und Halberstadt innehatte, auch das Bistum Mainz übernahm und dadurch Kurfürst (die sieben Kurfürsten wählten den König des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation) wurde und als „Komposition“ wegen der Ämterhäufung an Rom 10.000 Dukaten zu zahlen hatte, die er durch einen von Rom erhaltenen 10 Jährigen Plenarablass finanzierte, seine Thesen gegen den Ablass übersande, wird nun ein Bischof von Mainz von den Nachfolgern des Reformator geehrt. Das könnte in der Ökumene „neue Türen auftun“.

 

Am 16. November 2016 findet um 18.00 Uhr in der St.-Martinskirche ein Gottesdienst zum Buß- und Bettag statt. Die Predigt wird Pfarrer Jung halten.


Nach einem kurzen Imbiss wird um 19.30 Uhr der Vortrag von Prof. Hans-Georg Aschoff mit dem Titel
„ Reformation vor der Reformation-War die alte Kirche reformunfähig?“
stattfinden.
Prof. Aschoff, der uns über die Katholische Erwachsenenbildung Hannover vermittelt wurde, studierte Geschichte, Anglistik, Philosophie und Pädagogik in Hannover und Clinton, New York. Seit 1972 ist er am Historischen Seminar der Universität Hannover tätig wo er 1998 bis 2000 geschäftsführender Direktor war. Seine Forschungsschwerpunkte sind z. B. Neuzeitliche Kirchengeschichte und Staatskirchenrechtliche Problematiken. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen.
In seinem Vortrag wird er sich schwerpunktmäßig mit der Vorgeschichte der Reformation befassen, ausgehend von Jan Hus bis zum Thesenanschlag von Martin Luther mit dem alles überlagernden Thema Ablass und Ablasshandel.
Bei seinem Vortrag wird er auch auf regionale Bezüge eingehen und uns vielleicht auch erste Antworten liefern, ob die Kirchenspaltung vermeidbar gewesen wäre.
So ist es gelebte Ökumene, das von einem katholischen Wissenschaftler in der evangelischen Kirche die Vortragsreihe umrahmt, von der Predigt des Pfarrer Jung eröffnet wird.

 

Auf folgende weiter Veranstaltungen in 2017 wird schon heute hingewiesen.


Im Januar / Februar „ Kirche als Akteur in der Gesellschaft „
Politikerrunde im Vestibül des Rathauses
Am 15. März 2017 um 19.00 Uhr im Gemeindehaus St. Bernward wird die Autorin Frau Christine Eichel aus Ihrem Buch
„Deutschland , Lutherland“
eine Vorlesung halten.
Am 3. Mai 2017 um 19.00 Uhr in der St. Martinskirche wird ein Vortrag von Pastorin und Kommunikationsmanagerin Soja Domröe über Ihr Buch „Frauen der Reformationszeit“ angeboten.
Anfang Juni 2017 findet in der St. Martinskirche ein Vortrag von Prof. Dr. Arnulf von Scheliha mit dem Thema „ Reformation und Politik „ statt.
Und am 27.09.2017 findet ein absolutes Highlight im Gemeindehaus St. Bernward um 19.00 Uhr statt. Heinz Schilling, der Autor des Buches „Martin Luther Rebell in einer Zeit des Umbruchs „ wird einen Vortrag halten.
Alle Interessierten sind herzlichst eingeladen. Diskussionen nach den Vorträgen könnten dazu beitragen, neue Türen zu Ökumene etwas aufzustoßen.

 

Christoph Hohaus